Michael Hieslmair  

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  Verwalden.

Michael Hieslmair/ Silvia Körbitz
Beitrag zur Ausstellung Forest Art, Museumsquartier Q21, Wien, 2003

Den in der Grundstruktur barocken Ausstellungsraum des Quartier 21 sehen wir als Hohlweg, der durch die regelmäßige Benutzung durch die BesucherInnen am ‘Zuwachsen’ gehindert wird. Über die Platzierung aller Exponate im Raum entstehen Wege entlang derer sich verschieden dichte bzw. lockere Raumzonen anlagern. Der Betrachter bewegt sich so – in Analogie zum Raumsystem Wald – entlang einer Abfolge von Dickicht und Lichtungen.

Zuwachsen
„(…) ganz Suche werden, so wie man ganz Auge oder Ohr wird“ (Lucie im Wald mit den Dingsda; Peter Handke; Surkamp 1999; S36)
Durch das Verzerren der gewohnten Wahrnehmung mittels Masken und Ohrstöpseln steigt die Möglichkeit, dass sich während des Ausstellungsbesuches ‘Irrtumsbetrachtungen’ häufen. Etwas als etwas anderes verstehen, sich zu Irrtümern verleiten lassen, ihnen eine Zeit lang nachgehen. Plötzliches unterbricht das Vertieftsein, öffnet neue Richtungen und lässt sie wieder verschwinden.
„(…) und du schaust auch nicht zuende und du hörst auch nicht zuende“ (ebd. S41)

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Ohrstöpseln und Stumpf
Die Ohrstöpseln blenden die Umgebungsgeräusche in der Halle  beinahe völlig aus, dämpfen diese zumindest. Dadurch nimmt man die eigenen Bewegungen bewusster wahr, hört sich atmen, beobachtetet sich beim Gehen…; Die Interaktion der BesucherInnen untereinander verändert sich weil auch die Distanzen verzerrt wahrgenommen werden.

Masken Bock
„(…) überhaupt kam sie selber sich unsichtbar geworden vor, gleich mit dem Betreten des Waldes.“ (ebd S50)
Die Masken aus Karton blenden den Großteil der Umgebung aus, ermöglichen ein Spiel mit dem Innen und Außen. Der selektive Blick durch die Lochung lässt Sichtbares zum Detail werden. Gleichzeitig werden die anderen BesucherInnen im Raum hinter ihren Masken zu gesichtslosen Bäumen.

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